Während Einsatzkräfte im Sanitäts- oder Rettungsdienst bei größeren Unfällen oder Großschadenslagen die Verletzten versorgen, kümmert sich der Betreuungsdienst vorwiegend um die unverletzten Betroffenen: Das umfasst unter anderem die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Gegenständen des täglichen Bedarfes, die Registrierung und soziale Betreuung, die Ausgabe von Bekleidung sowie die Evakuierung – etwa nach einem Bombenfund in einem Wohngebiet oder nach einem Hochwasser.

Bei längeren Lagen sorgen die Ehrenamtlichen aber auch für eine sichere Unterbringung der Betroffenen in Zelten oder festen Einrichtungen. Im Rhein-Sieg-Kreis unterstützt der Betreuungsdienst zudem die Feuerwehren bei langwierigen Einsätzen und versorgt die Einsatzkräfte mit Getränken und Verpflegung. Die Verköstigung von Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzlern bei Übungen und die Unterstützung von Veranstaltungen des Jugendrotkreuzes sind weitere Aufgaben, die Mitglieder des Fachdienstes Betreuung wahrnehmen. Den Ehrenamtlichen stehen verschiedenste Kraftfahrzeuge zur Verfügung, um Material sowie Helferinnen und Helfer zum Einsatzort zu transportieren und um ihre Aufgaben vor Ort zu erfüllen: Vom Mannschaftsbus über die rollende Küche bis hin zum Betreuungs-LKW reicht die Spanne.

Einrichtungen für Betroffene

Vier Einrichtungen sind für den Einsatz des Betreuungsdienstes maßgeblich: Anlaufstellen versorgen Betroffene mit Informationen und übernehmen die Erstbetreuung. Dauert eine Lage länger an, wird eine Betreuungsstelle notwendig, bei der sich Betroffene ausruhen, hinsetzen und Verpflegung erhalten können und durch die Einsatzkräfte registriert werden. Ein so genannter Betreuungsplatz ermöglicht die Unterbringung von Betroffenen bis zu einem Tag lang, die Notunterkunft gar für mehrere Wochen – diese beiden Einrichtungen werden durch die Ehrenamtlichen häufig in festen Einrichtungen errichtet, die über grundlegende Infrastruktur wie Strom, Wasser und sanitäre Einrichtungen verfügen und mit der Ausrüstung des Roten Kreuzes ergänzt werden. Im Rahmen der Zuwanderungswelle im Herbst 2015 waren Einsatzkräfte des Betreuungsdienstes des DRK Kreisverbandes Rhein-Sieg an dem Aufbau und dem Betrieb mehrerer Notunterkünfte in Turnhallen im Kreisgebiet maßgeblich beteiligt.